Geschichte des Dartsports

Ein englischer Chronist verfolgte die Geschichte des Dartsports bis 400. Jahrtausend v. Chr. zurück. Dies war die Zeit, als die ersten Speere auftauchten. Von hier aus spannt er den Bogen über Pfeil und Bogen bis zu Wurfpfeilen, die 500 v. Chr. benutzt wurden. Als Ziel dienten damals Baumstämme, die in Scheiben geschnitten wurden. Die Baumringe gaben den Maßstab für die Bewertung der Würfe an. Anstatt Dart nannte man diese Sportarten "darte", "daruth" oder auch "daroth".

Ein anderer Autor geht auf 1620 zurück, in dem die puritanischen Pilgrim Fathers auf der Mayflower in die neue Welt fuhren. Dieser Schreiber faßte Darts als "Arme-Leute-Sport" auf, da er davon ausging, daß unterpreviligierte Arbeiter das Bogenschießen der Reichen nachmachten.

Ein dritter englischer Schreiber führt die Entstehung des Dartsports auf die Bogenschützen der Angelsachsen zurück. Diese führten um die Jahrtausendwende mit den Normannen Krieg, um ihr Land zu verteidigen. Aus Langeweile während der Kampfpausen zerbrachen sie ihre Pfeile und warfen mit den Spitzen auf Weinfaßböden. Dies erklärt zumindest die runde Form der uns bekannten Dartscheiben.

Die Reihenfolge der Zahlen auf dem Board ordnet der Zimmermann Brian Gamlin aus Bury in Lancaster 1896 auf dem Zielbrett an. Zu dieser Zeit spielte man noch mit Holzbarrels und Truthahnfedern als Stabilisatoren. Zwei Jahre später soll angeblich der faltbare Papierflight in den USA patentiert worden sein. 1906 erfand ein Yorkshireman den uns bekannten Metallbarrel. Als Zeugen aus dieser Zeit gelten Zeitungsartikel: 1901 soll im »Stationer, Printer & Fancy Trades Register« eine Anzeige über »Dart Boards« erschienen sein und eine Provinzzeitung aus Lancashire vermeldet 1902 die ersten 180er Würfe.

1908 wird der Gastwirt Foot Anakin aus Leeds angeklagt, in seinem Pub ein Glücksspiel mit kleinen Pfeilen und einer Zielscheibe zu dulden. Im Gerichtssaal tritt er die Offensive an. Er hängt vor den Richtern ein Board auf, holt seine Dart hervor und wirft sie in den 20-Punkte Bereich. Daraufhin bat er die Anwesenden es nachzumachen. Ein Gerichtsdiener tritt an und trifft mit den zwei ersten Pfeilen nicht einmal das Dartboard. Foot Anakin hat angeblich daraufhin sogar dreimal die double 20, das oberste kleine Punktfeld, getroffen. Dies reichte dem Richter um zu erkennen, das Dart kein Glückspiel ist.

Für die Arbeiter in England bot der preiswerte Kneipensport Entspannung von der harten Arbeit in den Fabriken. Die nahe Entfernung der Städte auf der Insel ermöglichte es Wettkämpfe unter den Besten auszutragen. Bereits 1927 fand das erste überregionale Dartturnier mit dem Namen "News of the World" stattfand. Das Turnier wurde gesponsort von einer Londoner Sonntagszeitung.

Der Siegeszug des Dartsports ist nicht mehr aufzuhalten. Dieser Sport ernährt mittlerweile eine ganze Branche mit jährlich über 30 Millionen Pfund. Fernsehübertragungen mit extrem hohen Einschaltquoten haben Darts in England in den siebziger Jahren zum Massensport gemacht. Der Darts-Vollprofi wurde geboren. Er spielt für Brauereien, Tabakfirmen und Darts-Artikel-Herstellern. 1948 trafen sich in London fast 300 000 Spieler zum größten Dartwettbewerb der Welt. Heute wird rund um den Erdball Darts gespielt.

Ende der siebziger Jahre erreichte der Dartsport auch Deutschland. 1982 wurde der Deutsche Dartverband (DDV) gegründet. Mittlerweile hat der Verband rund 12 000 Mitglieder. Andere deutsche Verbände sind der Deutsche Elektronik Dartsportverband (DEDSV), der Deutsche Sportautomaten Bund (DSAB) und die Freie Deutsche Dart Organisation (FDDO).

Heute sind 48 nationale Darts-Organisationen sind in der World Darts Federation (WDF) zusammengeschlossen und vereinen über 3,5 Millionen Mitglieder. Dazu kommen noch Länder mit Darts-Verbänden, die nicht zur WDF gehören und die nichtorganisierten Hobbydarter.